Wie alt werden Katzen?

Wie alt werden eigentlich Katzen? Diese Frage stellen sich sowohl Katzenbesitzer als auch Menschen, die sich eine Katze anschaffen wollen. Wir haben recherchiert und erklären ausführlich, wie alt Katzen werden:

Eine Katze lebt im Durchschnitt 14 Jahre. Straßenkatzen werden nur 4 bis 5 Jahre alt. Hauskatzen leben im Durchschnitt 12 bis 15 Jahre. Je nach Rasse haben Rassekatzen eine Lebenserwartung von bis zu 22 Jahre.

Wie alt werden Katzen?

Lebenserwartung von Katzen

Eine Studie aus England mit Daten von über 100.000 Katzen ergab, dass die durchschnittliche Lebenserwartung 14 Jahre beträgt (Link zur Studie weiter unten).

Desweiteren ergaben sich zwei Maxima in der Sterberate – einen im Alter von einem Jahr und einen weiteren im Alter von 16 Jahren. Dies deutet darauf hin, dass Katzen im ersten Jahr eine Zeit mit relativ hohem Risiko durchlaufen. Wenn diese Zeit überstanden ist, haben die Katzen eine gute Chance alt zu werden. Das sieht man an zweitem Maxima mit 16 Jahren.

Sterberate von Katzen
Diagramm: Sterberate von Katzen

Zusammengefasst: Die Lebenserwartung einer Katze hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie Pflege, medizinische Versorgung oder auch dem Verletzungsrisiko ab. Tiere mit Freigang leben gefährlicher, als solche, die ausschließlich im Haus gehalten werden. Im Durchschnitt wird eine Katze bei entsprechend artgerechter Haltung 12 bis 15 Jahre alt. Die Rasse spielt dabei, ebenso wie die Erbanlagen, eine große Rolle, denn manche Rassen sind robuster, als andere. 

Hier haben wir alle bekannten Katzenrassen mit dem zu erwarteten Lebensalter aufgelistet:

KatzenrasseAlter
Straßenkatze4 – 5 Jahre
Hauskatze12 – 15 Jahre
Somali10 – 12 Jahre
Britisch Kurzhaar12 – 14 Jahre
Maine Coon12 – 15 Jahre
Bengal12 – 16 Jahre
Norwegische Waldkatze14 – 16 Jahre
Perser10 – 17 Jahre
Ragdoll12 – 17 Jahre
Siam15 – 20 Jahre
Europäisch Kurzhaar15 – 22 Jahre
Balinese18 – 22 Jahre

Phasen einer Katze

Ähnlich wie beim Mensch gliedert sich das Leben einer Katze in verschiedene Lebensabschnitte von unterschiedlicher Dauer. Dabei werden 6 Phasen unterschieden:

PhaseKatzenalter
Kitten0 bis 6 Monate
Junior7 Monate bis 2 Jahre
Adult3 bis 6 Jahre
Mature7 bis 10 Jahre
Senior11 bis 14 Jahre
Super Senior15 bis 25 Jahre
  • Kitten: 0 – 6 Monate
    Jungtiere wachsen in dieser Phase sehr schnell und sind noch nicht geschlechtsreif.
  • Junior: 7 Monate bis 2 Jahre
    In dieser Phase erreicht eine Katze ihre volle Größe und ist so gut wie erwachsen.
  • Adult: 3 bis 6 Jahre
    In diesem Alter spricht man von einer erwachsenen Katze, die ihr volles Potenzial erreicht hat. Sie ist sehr aktiv und entfaltet ihre Persönlichkeit.
  • Mature: 7 bis 10 Jahre
    Das mittlere Alter einer Katze ist vergleichbar mit 40 bis 50 Jahren beim Menschen. In dieser Phase werden die Katzen meist ruhiger und ausgeglichener.
  • Senior: 11 bis 14 Jahre
    Katzen sind in dieser Phase im Seniorenalter.
  • Super Senior: 15 bis 25 Jahre
    Viele Katze erreichen ein sehr hohes Alter, welches man ihnen meistens jedoch nicht ansieht. Sie bevorzugen viel Ruhe und Schlaf.
Bild: Hauskatze, 10 Jahre alt. Man sieht das Alter den Katzen nicht an. Man merkt es ihnen nur durch ihr Verhalten an.

Katzenjahre und Menschenjahre im Vergleich

Lange hat sich das Gerücht gehalten, dass das Alter einer Katze in Menschenjahren ermittelt werden kann, indem man das Alter der Katze mit 7 multipliziert. Demnach wäre “Creme Puff”, die älteste Katze der Welt, die mit 38 Katzenjahren starb, 266 Menschenjahre alt geworden. Heute weiß man, dass diese Rechnung nicht funktioniert.

Dennoch lassen sich Katzen- und Menschenjahre vergleichen. Das erste Katzenjahr entspricht 15 Menschenjahren. Das zweite Jahr einer Katze entspricht ca. 24 Menschenjahre. Danach zählt jedes weitere Jahr 4 Menschen Jahre.

Im folgenden Diagramm haben wir die Katzenjahre und Menschenjahre im Vergleich gegenübergestellt. Man sieht dabei deutlich, dass eine Katze in den ersten 2 Lebensjahren sehr schnell wächst.

Katzenalter und Menschenalter im Vergleich
Diagramm: Katzen und Menschenalter im Vergleich

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über Katzen- und Menschenalter in der Gegenüberstellung:

KatzenalterMenschenalter
1 Monate1 Jahre
2 Monate2 Jahre
3 Monate4 Jahre
4 Monate6 Jahre
5 Monate8 Jahre
6 Monate10 Jahre
7 Monate12 Jahre
12 Monate15 Jahre
18 Monate21 Jahre
2 Jahre24 Jahre
3 Jahre28 Jahre
4 Jahre32 Jahre
5 Jahre36 Jahre
6 Jahre40 Jahre
7 Jahre44 Jahre
8 Jahre48 Jahre
9 Jahre52 Jahre
10 Jahre56 Jahre
11 Jahre60 Jahre
12 Jahre64 Jahre
13 Jahre68 Jahre
14 Jahre72 Jahre
15 Jahre76 Jahre
16 Jahre80 Jahre
17 Jahre84 Jahre
18 Jahre88 jahre
19 Jahre92 Jahre
20 Jahre96 Jahre
21 Jahre100 Jahre
22 Jahre104 Jahre
23 Jahre108 Jahre
24 Jahre112 Jahre
25 Jahre116 Jahre

Voraussetzungen für ein hohes Katzenalter

Nicht alle Katzen werden alt, doch um das Leben einer Katze zu verlängern sollte man folgende Punkte beachten.

Die Voraussetzungen für ein hohes Katzenalter sind:

  1. Gutes Futter und altersgerechte Ernährung: Damit eine Katze lange gesund und fit bleibt, sollten neben hochwertigem Futter, auch die Mengenempfehlungen für die jeweilige Rasse und das Alter beachtet werden. Besonders im Alter benötigen Katzen bestimmte Nährstoffe und Vitamine für ihre Gesundheit. Trotz Empfehlung altert jede Katze ein bisschen anders. Während manche im Alter leichter zunehmen, leiden andere unter Appetitlosigkeit. Deshalb sollte die Ernährung auf die individuellen Bedürfnisse des Tiers abgestimmt sein.
  2. Gute medizinische Versorgung: Um verbreitete Infektionskrankheiten, besonders bei Katzen mit Freigang, zu vermeiden, ist es wichtig, Katzen impfen zu lassen. Auch nach der Impfung sind regelmäßige Tierarztbesuche notwendig, denn gerade bei älteren Katzen kann es zu typischen Altersleiden, wie Herzerkrankungen, Tumoren oder Nierenstörungen kommen.
  3. Ausreichend Bewegung und Beschäftigung: Wie beim Menschen auch, sind ausreichend Bewegung und Beschäftigung essenziell, um alternde Katzen zu unterstützen. Träge Katzen dürfen dabei gerne mit Spielen ermutigt werden, sich zu bewegen, denn so bleibt die Muskelmasse erhalten, die Koordination wird geschult und das Immunsystem gestärkt. Krankheiten und Verletzungen können so vorgebeugt werden. Wenn die Mobilität eingeschränkt ist, können kleine Hilfsmittel den Weg zum Lieblingsplatz erleichtern und das Wohlbefinden der Katze steigern.
  4. Richtiges Körpergewicht: Gewichtsschwankungen und Übergewichtigkeit verringern die Lebenserwartung einer Katze, können jedoch schnell zu einem Problem werden, wenn Alter und Aktivität des Tiers bei der Fütterung nicht beachtet werden oder zu viele Leckerlis verfüttert werden. Mit der richtigen Ernährung und genügend Bewegung kann Übergewicht vermieden und reduziert werden.
  5. Kein Stress für die Katze: Stress ist nicht nur für Menschen eine Herausforderung, auch bei Katzen beeinträchtigt Stress die Gesundheit. Dieser entsteht, wenn keine Rückzugsorte vorhanden sind, durch Revierkämpfe oder auch wenn das Tier bedrängt wird, weil es nicht kastriert ist. Auch Einsamkeit oder die Unterdrückung durch andere Haustiere können für eine Katze zum Problem werden.
  6. Kontakt mit anderen Tieren/Katzen reduzieren: Je weniger Kontakt mit anderen Tieren oder Katzen in der Umgebung besteht, desto weniger Stress entsteht durch Revierkämpfe und andere Streitereien und desto geringer das Infektionsrisiko durch Parasiten und ähnliches.
  7. Gefahrstellen minimieren: Obwohl besonders Freigänger bei dem stetig zunehmendem Straßenverkehr ständiger Gefahr ausgesetzt sind, können auch Wohnung und Haus gefährlich werden. Mögliche Gefahrenstellen sind neben giftigen Pflanzen beispielsweise auch offene Putzmittel und gekippte Fenster.
Bild:  Revierkämpfe unter Katzen sind keine Seltenheit und können auf dauer das Leben einer Katze beeinflussen.

Alter der Katze erkennen

Wenn die Katze mit 11 Jahren das Seniorenalter erreicht, treten verschiedene Alterserscheinung auf, an denen zu erkennen ist, dass es sich um ein älteres Semester handelt. Denn meist lässt das Äußere der Katze kaum auf ihr Alter schließen. Mögliche Anzeichen eines natürlichen Alterungsprozesses sind:

  • Abbau von Muskelmasse und -kraft: Katzen verlieren im Alter mit eingeschränkter Mobilität und verringerter Aktivität an Muskelmasse und Muskelkraft. Katzenbesitzer sollten darauf achten, die Katze in Bewegung zu halten, um dem entgegenzuwirken.
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis: Katzen lieben es, zu schlafen und im Alter verstärkt sich das Schlafbedürfnis zunehmend. Dafür suchen sich die Tiere oft ein warmes Plätzchen.
  • Kuscheleinheiten: Mit zunehmendem Alter werden viele Katzen verschmuster.
  • Nachlassender Spieltrieb: Auch Senioren spielen gerne, bevorzugen aber häufig Denkspiele anstelle von Spielen, bei denen sie jagen müssen. Es erfordert ein wenig Feingefühl, um herauszufinden, was der Vierbeiner mag.
  • Verändertes Verhalten: Oft werden Katzen im Alter sturköpfig, das Gedächtnis wird schwächer und sie können sogar unter Demenz leiden. Eine Portion Geduld und tägliche Rituale erleichtern sowohl dem Besitzer als auch der Katze den Alltag.
  • Ernährung: Appetitlosigkeit ist bei alternden Katzen weit verbreitet, doch sie benötigen ausreichend Kalorien und Nährstoffe, um lange gesund zu bleiben. Deshalb sollte ihnen mehrmals am Tag Futter und Wasser angeboten werden. Wenn die Katze nicht mehr ausreichend trinkt, kann Nassfutter eine Möglichkeit sein, mehr Flüssigkeit zuzuführen.
Bild: 20 Jahre alte Katze. Das entspricht 96 Menschenjahre.

Fazit

Katzen können Menschen über Jahre hinweg treue Begleiter sein, wenn sie artgerecht gehalten und liebevoll gepflegt werden. Eine Katze braucht regelmäßige Zuwendungen und das nicht nur in Form von Streicheleinheiten, sondern auch in Form von Spielen und Tierarztbesuchen. Jede Katze hat ihren ganz eigenen Charakter und altert auf ihre eigene Art und Weise. Je besser Katzenbesitzer die Beziehung zur Katze auch im hohen Alter zum Beispiel durch die Unterstützung bei der Fellpflege aufrechterhalten, desto genauer wissen sie Bescheid, was das Tier braucht und können die Lebenserwartung so steigern.

Quellen und weitere Informationen