Weißer Labrador – Was ist der Unterschied zum gelben Lab?

Den Labrador Retriever gibt es in verschiedenen Farben. In diesem Artikel haben wir uns mit dem weißen Labrador beschäftigt. Wir erklären, ob es einen Unterschied zum gelben Labrador gibt, ob weiße Labradore Albinos sind und was man beim Kauf eines weißen Labradors beachten sollte.

Nach dem Rassestandard gibt es den Labrador Retriever in drei Farben: schwarz, gelb oder braun. Dabei reicht die Fellfarbe gelb von hellcreme bis fuchsrot.

Weiße Labradore sind im Wesentlichen die blassere Version des klassischen gelben Labradors. Der Rassestandard erkennt weiße Labradore als gelbe Labradore an.

Weiße Labradore kommen in einer Schneelandschaft besonders zur Geltung

Sind weiße und gelbe Labradore unterschiedlich?

Weiße Labradore sind genetisch gelbe Labradore mit extrem hellem Fell. Außer der Fellfarbe unterscheiden sie sich nicht zu den anderen Labradoren.

Weiße Labradore haben die gleiche schwarze oder braune Nase und die gleichen Augen wie andere Labradore, sowie die gleiche Intelligenz und das gleiche Temperament. Sie haben auch die gleichen Gesundheitsrisiken, jedoch keine zusätzlichen Risiken aufgrund ihrer Fellfarbe.

Gelbe Labradore gibt es in einer Reihe von Farben, von fuchsrot über goldfarben bis hin zu cremefarben und natürlich auch weiß. Weiß ist nur eine weitere natürliche Variante innerhalb dieses Spektrums.

Ein fast weißer Labrador am Strand

Weiße Labradore werden in der Regel speziell von Züchtern gezüchtet, die die Farbpalette der gelben Labradore seit Jahrzehnten erweitern, um ihren Markt zu vergrößern.

Weiße Labradore sind aufgrund der Geschichte der Zucht eher Labradore der Showlinie als Labradore der Arbeitslinie. Das bedeutet, dass sie auch das stämmigere, breitere Aussehen haben.

Hier haben wir einen Beitrag dazu: Unterschied Labrador Showlinie und Arbeitslinie.

Sind weiße Labradore Albinos?

Obwohl weiße Labradore eine ähnliche Fellfarbe wie albino Labradore haben, sind sie keine Albinos.

Albino Labradore sind in der Regel leicht von weißen Labradoren zu unterscheiden, da ihnen die Pigmente in den Augen und der Nase fehlen.

Albinismus ist ein genetischer Defekt, bei dem Hunde weiße Haut, weißes Fell, rote Augen und rosa Nasen haben. Albinismus kommt im gesamten Tierreich vor. Bei Labradoren ist es jedoch selten und kommt nur bei einem von 20.000 Hunden vor.

Albino Labradore entwickeln aufgrund ihrer fehlenden Pigmentierung häufig gesundheitliche Probleme. Sie reagieren besonders empfindlich auf UV-Strahlen. Dies kann zu Sonnenbrand, Tumoren und Hautkrebs führen. Auch ihre Augen können durch die Sonnenstrahlen leicht geschädigt werden.

Einen weißen Labrador kaufen

Es gibt drei offizielle Labradorfarben: schwarz, gelb und braun. Schwarz ist die häufigste Farbe bei Labradoren. Die Fellfarbe gelb und braun kommt etwa halb so häufig wie schwarz vor. In Anbetracht dessen und der Tatsache, dass weiße Labradore unter den gelben Labradoren relativ selten sind, kommen sie auch bei Züchtern nicht so häufig vor.

Hier mehr zu den verschiedenen Labrador Farben (mit Bildern).

Bei der Suche nach einem weißen Labrador ist es ratsam einen Züchter zu finden, der zwar auf die weiße Farbe achtet, jedoch auch die anderen wichtigen Merkmale, wie Gesundheit und Temperament im Fokus hat.

Weiße Labrador Hündin mit ihrem Welpen

Ob ein Labrador ein echter weißer Labrador wird, lässt sich im Welpenalter nur schwer feststellen, da viele gelbe Labradore mit einem sehr hellen Fell geboren werden, das mit zunehmendem Alter gelber wird. Teile des Fells eines weißen Labradors können durch Sonneneinstrahlung ebenfalls gelb werden, insbesondere die Ohrenspitzen.

Je nach Züchter kostet ein weißer Labrador zwischen 1000 und 3000 Euro. Dies ist jedoch dem Seltenheitsgrad geschuldet.

Die folgenden Faktoren sollte man sich vor der Anschaffung bewusst machen, denn ein Labrador Retriever will nicht nur beschäftigt werden, sondern auch ein vollwertiges Familienmitglied sein:

  • Labrador Retriever haben mit 10 bis 14 Jahren eine relativ lange Lebenserwartung
  • Tägliche Spaziergänge sind ein Muss
  • Längere Phasen alleine sollten vermieden werden
  • Durch die starke Bindung zum Menschen ist der Labrador Retriever nicht für den Zwinger geeignet
  • Ein Labrador Retriever kostet 60 bis 140 Euro im Unterhalt pro Monat. Hier mehr zu den monatlichen Kosten

Labrador Charakter, Verhalten und Wesenszüge

Freundlich, intelligent, aufgeschlossen, gutmütig und nur schwer aus der Ruhe zu bringen, so würde man einen Labrador Retriever beschreiben. Der Labrador bringt einen großen Arbeitswillen mit, ist im Vergleich zu anderen Rassen leicht zu erziehen und meist hoch motiviert, neue Kommandos und Spiele zu erlernen. Er versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden und geht auch auf Fremde offen zu, sodass er als Wachhund nur bedingt geeignet ist.

Labrador Haltung, Pflege und Gesundheit

Als sportlicher Hund liebt der Labrador Retriever lange Spaziergänge bei jedem Wetter und ist deshalb besonders für aktive Familien geeignet. Um sich so richtig wohlzufühlen braucht er außerdem viel Sozialkontakt innerhalb seines Rudels. Auch wenn der Labrador zum Jagdhund erzogen wurde, lässt sich der Jagdtrieb gut kontrollieren. “Steadyness”, also das Warten auf den Einsatz bei der Jagd, war ein wichtiges Arbeitsmerkmal, sodass es beim Labrador nur selten vorkommt, dass dieser unüberlegt Wild nachjagt.

Weißer Labrador wartet auf den nächsten Befehl

Dank seiner unkomplizierten und gutmütigen Art eignet sich der Labrador außerdem als Anfängerhund. Wichtig ist dabei, von Anfang an mit dem Tier zu arbeiten und großen Wert auf die Erziehung zu legen. Denn auch wenn der Labrador Retriever intelligent ist, erzieht er sich nicht von selbst und testet als Teenie gerne seine Grenzen.

Ein Labrador erfordert abgesehen vom gelegentlichen Bürsten keine aufwendige Pflege, doch man sollte sich bewusst sein, dass die Tiere Haaren und sich gerne in Pfützen wälzen.

Gesundheitliche Risiken

Wie fast alle großen Hunderassen können auch der Labrador Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogendysplasie (ED) oder Osteochondrosis (OCD) bekommen. Es wird von vielen Züchtern und Tierärzten geraten ein zu schnelles Wachstum bei Welpen zu vermeiden. Bei großen Hunderassen kann es bei zu schnellem Wachstum zu Skelettentwicklungsstörungen kommen. Deswegen sollte man gerade in den ersten 6 Lebensmonaten den Hund nicht überfüttern.

Aktivitäten mit dem Labrador Retriever

Der energetische Labrador Retriever braucht viel Bewegung und mentale Herausforderungen. Deshalb sollte man sich mindestens einige Stunden am Tag für ausgiebige Spaziergänge und Trainingseinheiten nehmen.

Weißer Labrador Retriever spielt mit einem Ball

Dummy-Arbeit bietet sich hier besonders gut an, während das Ball werfen den Hund nur aufputscht, ohne das es sich dabei um eine wirklich Zusammenarbeit oder mentale Belastung handelt. Hunde geraten beim Jagen von Bällen in eine Art Suchtverhalten und können sich leicht überanstrengen.

Da Labrador Retriever das Wasser lieben, ist das Schwimmen und Apportieren aus dem Wasser für sie eine besondere Freude. Sie mögen außerdem alle kurzen und intensiven Bewegungsspiele, können aber auch zum Wandern oder Joggen mitgenommen werden.

Quellen und weitere Informationen

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