Tragezeit Hunde: Wie lange sind Hunde schwanger?

Wenn eine Hündin bereits schwanger ist oder man plant, sie zum ersten Mal decken zu lassen, kommt oft die Frage: Wie lange sind Hunde schwanger?

In diesem Artikel erklären wir wie lange eine Schwangerschaft bei Hunden dauert, wie eine Schwangerschaft feststellt werden kann und alles was dabei beachtet werden muss.

Doch zuerst die Antwort kurz und knapp:

Eine Hündin ist im Durchschnitt 9 Wochen lang schwanger. Vom Decken bis zur Geburt vergehen 58 bis 68 Tage bevor zwei bis zehn Welpen zur Welt kommen.

Golden Retriever Hündin mit 9 Welpen

Wie lange dauert die Schwangerschaft bei Hunden?

Eine Hündin ist ca. 9 Wochen (58 – 68 Tage) lang trächtig, bevor die Welpen zur Welt kommen. Abweichungen von dieser Dauer sind normal, da die Spermien von Rüden sechs bis zehn Tage in der Gebärmutter der Hündin überleben können. Findet die Deckung fünf Tage vor dem Eisprung statt, kann eine Hündin bis zu 68 Tage trächtig sein, wird sie fünf Tage nach dem Eisprung gedeckt, kann die Geburt schon am 57. Tag erfolgen. Mit einem Wurfrechner kann man die Tragezeit und den ungefähren Geburtstermin ganz einfach berechnen.

Erste Anzeichen einer Schwangerschaft sind nicht immer offensichtlich. Mögliche Symptome sind zu Beginn Lethargie (Antriebslosigkeit) und in seltenen Fällen auch Morgenübelkeit. Während einer Schwangerschaft kann eine Hündin zwischen zwei und maximal zehn Welpen gleichzeitig austragen.

Ab wann sind Hunde geschlechtsreif?

Wann ein Hund geschlechtsreif und damit theoretisch fähig ist, Nachwuchs zu zeugen, ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich und kann auch von Hund zu Hund variieren. Generell gilt, je größer die Hunderasse, desto später sind die Tiere geschlechtsreif. Beim Labrador werden Rüden beispielsweise erst zwischen dem 12. und 24. Monat geschlechtsreif, während Hündinnen zwischen dem sechsten und dem 12. Monat das erste Mal läufig werden.

Hier haben wir den Wachstum verschiedener Hunderassen gegenüber gestellt: Wie lange wachsen Hunde?

Ähnlich, wie beim Menschen, heißt Geschlechtsreife jedoch noch nicht, dass eine Hündin bei ihrer ersten Läufigkeit tatsächlich trächtig werden kann. Zu Beginn sind die Geburtskanäle noch nicht vollständig ausgereift.

Wie lange sind Hündinnen läufig und woran erkennt man das?

Ab der ersten Läufigkeit werden Hündinnen alle sechs Monate läufig. Während dieser Phase werden die Geschlechtsorgane stärker durchblutet und schwellen dadurch an. Die Hündin sondert in der ersten Phase eine blutige Flüssigkeit ab. 

Ungefähr zwei Tage vor dem Eisprung ist sie dann bereit, gedeckt zu werden. Während dieser Ovulationsphase ist ihr vaginaler Ausfluss klarer und schleimiger, denn der Schleim schützt und transportiert die Samen des Rüden in die Gebärmutter. Jetzt steigt auch der Progesteron-Spiegel der Hündin, um eine potenzielle Schwangerschaft vorzubereiten.

Ob deine Hündin läufig ist, erkennst du auch an ihrem Verhalten gegenüber Rüden. Sie signalisiert ihre Bereitschaft, indem sie den Schwanz zur Seite schiebt und sich mit hochgerecktem Hinterteil auf den Boden drückt.

Eine Schwangerschaft feststellen

Um festzustellen, ob der Deckungsprozess erfolgreich verlaufen ist, haben Tierärzte verschiedene Möglichkeiten:

  • Ultraschalluntersuchung: Die sicherste Option, um beim Hunden eine Schwangerschaft zu diagnostizieren, ist die Ultraschalluntersuchung. Bei einer Schwangerschaft sind die Föten schon ab dem 18. Tag auf dem Monitor sichtbar. Genauer wird es allerdings erst ab dem 25. Tag.
  • Relaxin-Test: Trächtige Hündinnen produzieren das Hormon Relaxin, das ein eindeutiger Indikator für eine Schwangerschaft ist. Ab dem 24. Tag nach der Deckung kann die Hormonuntersuchung durchgeführt werden. Mit dieser Methode kann eine Scheinträchtigkeit eindeutig ausgeschlossen werden.
  • Röntgenuntersuchung: Ab dem 42. Schwangerschaftstag kann eine Trächtigkeit auch mittels einer Röntgenuntersuchung festgestellt werden.
Ultraschalluntersuchung bei einer tragenden Hündin

Schwangerschaftsverlauf bei Hunden

Ist die Hündin dann trächtig, unterteilt sich die Schwangerschaft in drei Phasen mit je 21 Tagen.

1. Phase (Woche 1–3): In der ersten Zeit macht sich die Schwangerschaft noch kaum bemerkbar. Lediglich einige Verhaltensveränderungen können festgestellt werden. Die Hündin ist schneller müder und manchmal empfindlicher. Spätestens in der zweiten oder dritten Woche sollte zum ersten Mal ein Tierarzt für eine pränatale Untersuchung aufsuchen werden. Schwangere Hunde brauchen vor allem eine gesunde Ernährung mit regelmäßiger Fütterung und ausreichend Bewegung. 

2. Phase (Woche 4–6): Zu Beginn des zweiten Trimesters kann eine ausgebildete Fachperson die Welpen bereits im Bauch ertasten. Das sollte jedoch keinesfalls selbst versucht werden, um eine mögliche Fehlgeburt zu vermeiden. Zwischen der 5. und 6. Schwangerschaftswoche kann man dann eine Gewichtszunahme feststellen, zudem werden die Zitzen und die Milchdrüsen größer und die Haare um die Zitzen beginnen auszufallen. Gegen Ende dieser Phase sollte die Futtermenge ungefähr um die doppelte Menge erhöht werden. Ab diesem Zeitpunkt kann es auch sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel zuzufüttern. Dies sollte jedoch in Absprache mit einem Tierarzt passieren.

3. Phase (Woche 7–9): In den letzten Wochen der Schwangerschaft kann man besonders bei größeren Würfen oft schon beobachten, wie sich die Welpen im Mutterleib bewegen. Es kann auch vorkommen, dass die Hündin schon etwas Muttermilch produziert. Der Bauch wächst nun merklich und schaukelt beim Gehen, sodass es für die Hündin anstrengender wird, sich zu bewegen. Dennoch ist es wichtig, dass die Hündin sich weiter ausreichend bewegt, wenn auch nicht mehr so viel, wie zu Beginn der Trächtigkeit.

Bei einer trächtigen Hündin wächst der Bauch ab der 7. Woche deutlich.

Auch der Appetit nimmt zu und die Nahrungsmenge sollte noch einmal gesteigert werden, allerdings ohne die Hündin zu überfüttern, um Komplikationen bei der Geburt zu vermeiden. Der Tierarzt stellt in dieser Zeit noch ein letztes Mal den Gesundheitszustand der Welpen fest und kann genauer sagen, um wie viele Welpen es sich handelt.

Kurz vor der Geburt ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein, denn manche Würfe kommen früher als erwartet. Deshalb ist es sinnvoll rechtzeitig eine Wurfkiste gemütlich einzurichten, damit die Hündin sich schonmal daran gewöhnen kann. Ca. zehn bis sechs Tage vor der Geburt steigt die Körpertemperatur der Hündin leicht an und liegt dann idealerweise zwischen  37 und 38 °C. In dieser Zeit sollte die Temperatur alle 12 Stunden gemessen werden.

Weitere Anzeichen, dass die Geburt kurz bevor steht, sind häufiges Urinieren, lecken der Genitalien, Nestbauverhalten, Appetitlosigkeit, Unruhe, Zittern und Hecheln.

Einfache Wurfkiste mit einer trächtigen Shiba Inu Hündin

Die Geburt

Etwa 20 bis 30 Minuten bevor der erste Welpe das Licht der Welt erblickt, sondert die Vulva der Hündin eine klare Flüssigkeit ab. Die Welpen kommen dann in einem Abstand von 20 Minuten bis einer Stunde zur Welt. Wenn es mehr als zwei Stunden dauert, bis der nächste Welpe kommt, sollte dringend der Tierarzt benachrichtigt werden.

Nach der Geburt durchtrennt die Hündin eigenständig die Nabelschnur eines jeden Welpen und frisst sie auf. Die Nabelschnur enthält, wie beim Menschen auch, wichtige Mineralien und Vitamine, die die Hündin bei der Geburt unterstützen. Dann wird der Welpe beleckt, um die Atmung und die Durchblutung zu fördern.

Manche Hündinnen schaffen die Geburt alleine, während andere Unterstützung benötigen oder eine Weile brauchen, bis der Mutterinstinkt sich einschaltet. Deshalb sollte man bereit sein, einzuspringen, wenn die Hündin Hilfe braucht. Säubert die Hündin beispielsweise ihre Welpen nicht eigenständig, sollte man sie mit einem Handtuch sauber reiben.

Nach der Geburt beginnt die Hündin sich selbst zu reinigen und legt sich auf die Seite, um ihre Welpen zu füttern. Sie selbst sollte auf jeden Fall Zugang zu frischem Wasser haben. Die Welpen müssen bei der Geburt gekennzeichnet und im Anschluss über mehrere Tage hinweg zweimal täglich gewogen werden.

Laika kurz nach der Geburt
Shiba Inu Hündin stillt ihre Welpen

Tipps für eine Wurfplanung

Bevor man eine Hündin decken lässt, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt:

  • Beide Elternteile sollten gesund ein
  • Den Tierarzt über das Vorhaben informieren und die Hündin untersuchen lassen
  • Die Abnehmer der Welpen sollten schon feststehen
  • Es sollten ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um eine tierärztliche Versorgung für Mutter und Welpen zu gewährleisten
  • Über die Schwangerschaft und die Geburt gut informieren

Quellen und weitere Informationen

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