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Schonkost für den Hund – Die richtige Ernährung bei Durchfall und Erbrechen

Nichts freut den Hundehalter mehr, als ein rundum gesunder und lebensfroher Vierbeiner. Doch leider können auch ihn gesundheitliche Probleme immer wieder einmal plagen.

Zu den häufigsten Störungen des Allgemeinbefindens bei Hunden zählen Magen-Darm-Beschwerden, die oft mit Durchfall und Erbrechen einhergehen. Der folgende Beitrag erläutert das richtige Verhalten, wenn der Hund diese Symptome zeigt, informiert über die schonendste Fütterung und wie diese am besten zu verabreichen ist.

Schonkost für den Hund besteht aus magenschonenden und leicht verdaulichen Komponenten, die der Hundehalter selber zubereiten oder als fertiges diätetisches Futtermittel erwerben kann. Dazu zählen fettarmes Fleisch, vorzugsweise Huhn oder Pute, sowie weich gekochter Reis oder Nudeln. Gekochte Möhren und Hüttenkäse können als Proteinlieferant dienen.

Durchfall und Erbrechen treten bei Hunden oft sehr plötzlich auf und können verschiedenste Ursachen haben.

Schonkost Grundrezept für einen 10 kg schweren Hund:

  • 125 g Hähnchenbrust, Putenbrust oder Fischfilet
  • 300 g Reis, Kartoffeln oder Nudel
  • 125 g Hüttenkäse

Mögliche Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden beim Hund

Durchfall und Erbrechen treten bei Hunden oft sehr plötzlich auf und können verschiedenste Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem oft:

  • Futterunverträglichkeiten, Allergien
  • Futterumstellung (zu schnelle)
  • unbeobachtete Aufnahme ungeeigneter oder verdorbener Futtermitteln
  • Vergiftungen durch Köder, Chemikalien, Medikamente
  • Fremdkörperaufnahme oder Knochen, die den Darm reizen
  • Entzündungen oder Infekte des Magen-Darm-Traktes oder der Bauchspeicheldrüse
  • Parasiten
  • Stress und Aufregung

Glücklicherweise ist es bei ansonsten gesunden Vierbeinern häufig eine vorübergehende Erscheinung, die mit der richtigen Fütterung und Pflege nach kurzer Zeit wieder kuriert ist.

Wichtig zu wissen ist, wann eine Durchfallerkrankung als ein ernstes gesundheitliches Problem einzustufen ist, das einen Tierarztbesuch unumgänglich macht. Bleiben die Symptome auch nach zwei Tagen Ruhe und Schonkost bestehen, muss die Ursache von einem Tierarzt abgeklärt werden, denn der fortschreitende Flüssigkeitsverlust wird zu einer Dehydrierung (Austrocknung) des Tieres führen.

Einschub: mögliche Symptome Dehydrierung Hund

  • die Schleimhäute im Maul sind trocken und fühlen sich klebrig an
  • Teilnahmslosigkeit, Zittern
  • eine hochgezogene Hautfalte bleibt stehen und bildet sich nur sehr langsam zurück
  • die Augen des Hundes können eingefallen wirken

Auch in besonders schweren Fällen, mit sehr häufigem Durchfall oder Erbrechen, und bei einem Tier mit chronischen Vorerkrankungen kann ein sofortiger Tierarztbesuch notwendig sein! Das Gleiche gilt für Welpen, deren kleine Körper noch nicht genügend Widerstandskraft haben, sowie für bereits geschwächte ältere Tiere. Hier schreitet die Dehydrierung noch schneller voran und sie benötigen lebensnotwendige Elektrolyte durch Infusionen.

Kommen besondere Unruhe oder Apathie hinzu, trinkt das Tier nicht genug, hat es über 40 °C Fieber (Normaltemperatur zwischen 38 und 39 °C) oder ist der Durchfall blutig, ist der Tierarzt schnellstmöglich aufzusuchen.

Durchfallerkrankung – die ersten Fütterungsmaßnahmen

Ist der Hund plötzlich von Durchfall betroffen, so ist von einer akuten Reizung des Magen-Darm-Traktes und der Schleimhäute auszugehen und es hat sich bewährt, ihm einen Tag gar keine feste Nahrung, sondern nur frisches Wasser anzubieten. Dies wird meist zu einer sofortigen Beruhigung des irritierten Verdauungstraktes führen.

Danach sollte der Hund mit der sogenannten Schonkost langsam wieder angefüttert werden. Das leichtverdauliche Futter wird ihm in kleinen Portionen auf 3-5 Mahlzeiten am Tag verteilt gereicht. Besonders schonend ist lauwarmes Futter.

Woraus Schonkost für den Hund besteht

Die am besten geeignete magenschonendste Kost besteht aus fettarmem, gekochten Fleisch von Huhn oder Pute (ohne Salz oder Gewürz!) sowie Nudeln oder Reis. Letztere sollten besonders weich gekocht sein, damit es nicht zu einem Nachquellprozess im Magen kommt, der dem Hund wiederum dringend benötigte Flüssigkeit entzieht. Als Eiweiß- und Vitalstofflieferant eignet sich Hüttenkäse besonders gut.

Reis mit Hähnchenbrust ist eine gute Grundlage für Schonkost für Hunde.

Tipp: Immer ohne Salz kochen! Die beim Kochen entstehende Brühe mögen Hunde gern und sie kann dem Futter zugefügt werden.

Mengenbeispiel für einen ca. 10 kg schweren Hund:

  • 125 g Hühnerfleisch
  • 300 g Reis
  • 125 g Hüttenkäse

Wenn der Hund einen Fressanreiz braucht, können gekochte und geriebene Möhren hinzugegeben werden. Auch ein wenig Quark oder ein Löffel Honig eignen sich.

Die „Morosche Möhrensuppe“ ist für Mensch und Tier als Mittel gegen Durchfall bekannt und kann auch für den erkrankten Hund hilfreich sein. Sie wird folgendermaßen zubereitet:

Ein Kilogramm geschälte Möhren wird mit wenig Salz (1 g) und viel Wasser ca. zwei Stunden geköchelt, danach püriert und dem Hund in kleinen Portionen verabreicht.

Diese Suppe lindert vor allem bei durch bakterielle Infektionen ausgelöstem Durchfall die Symptome. Während des langen Kochvorganges bilden sich Oligogalakturonsäuren, deren Moleküle das Andocken der Durchfallerreger an die Darmwand verhindern. Aufgrund dieser Wirkungsweise wird sie unter den Freunden der Naturheilkunde auch als natürliches Antibiotikum bezeichnet.

Die Morosche Möhrensuppe ist für Mensch und Tier als Mittel gegen Durchfall bekannt.

Jeder Besitzer kennt die besonderen kulinarischen Vorlieben seines Vierbeiners und sollte dieser tatsächlich Fisch gegenüber Fleisch den Vorzug geben, so kann eine Schonkost ebenso aus magerem Fischfilet (z.B. Forelle) mit Reis, Nudeln oder Kartoffeln bereitet werden.

Auch der seit Großmutters Zeiten bekannte geriebene Apfel lindert Durchfallbeschwerden, vorausgesetzt, dass der Hund diesen mag und zu sich nimmt. Das Pektin des Apfels bindet überschüssiges Wasser im Darm.

Die Beigabe von Flohsamen oder auch Leinsamen (sie haben etwas geringere Bindefähigkeit) zum Futter hat sich ebenfalls bewährt. Ihre schleimbildenden Ballaststoffe binden Wasser im Darm, sodass der Stuhl sich verfestigt.

Fütterung in der Genesungsphase

Befindet sich der Hund in der Genesung und hat sich die Verdauung normalisiert, wird er langsam wieder auf die normale Fütterung umgestellt. Hier empfiehlt sich zunächst eine anteilige Beimischung des Normalfutters von 1/4 am ersten und 1/2 am zweiten Tag, bis die Schonkost ganz abgesetzt werden kann.

Diese sanfte Vorgehensweise gibt dem Verdauungssystem Zeit zur Beruhigung und Regeneration, sodass die Beschwerden vollständig abklingen sollten.

Erleidet der Hund jedoch einen Rückfall, ist der Rat des Tierarztes zu suchen, denn dies deutet auf eine behandlungsbedürftige Ursache hin.

Alternative Fertigfutter

Wird ein fertig zubereitetes, schonendes Futtermittel gewünscht, finden sich spezielle Mischungen im Handel. Auch die Tierärzte haben diese vorrätig und können beratend zur Seite stehen.

Sollten besondere Unverträglichkeiten des Hundes bereits bekannt sein, so ist es speziell bei Magen-Darm-Beschwerden wichtig, genau die Zutatenliste des Fertigfutters durchzugehen, um hier Irritationen oder Allergieschübe unbedingt zu vermeiden.

Selbst gekochte Schonkost ist eher nährstoffarm und darf daher nicht über längere Zeit als Alleinfutter gegeben werden. Hochwertige Fertigprodukte haben den Vorteil für den erkrankten und geschwächten Hund, dass sie seinen gesamten Nährstoffbedarf decken. Die enthaltenen Präbiotika (fermentierbare Fasern) fördern zusätzlich die Regeneration des Verdauungstraktes.

Wichtiger Hinweis: Auch die Einnahme von Antibiotika für eine andere Erkrankung kann die Darmflora beeinflussen und schädigen, sodass es zu Durchfällen kommt. Hier können Hausmittel oft Linderung verschaffen. Bei großen Sorgen um das Befinden des Tieres sollte Rat beim Tierarzt gesucht werden, auf keinen Fall jedoch sollte die Einnahme der antibiotischen Tabletten eigenmächtig abgebrochen werden!

Quellen und weitere Informationen

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