Golden Retriever – Charakter, Aussehen, Haltung

Ob als Familienhund oder als Begleithund, durch sein zutrauliches Wesen und seine aufgeweckte Art scheint der Golden Retriever nie aus der Mode zu kommen. Sein liebenswerter, freundlicher Charakter und das treue Wesen machen den Golden Retriever zum beliebtesten Haustier vieler Deutscher. Doch woher stammt der Golden Retriever und was muss man bei der Haltung beachten?

Der Golden Retriever ist einer der beliebtesten Hunde Deutschlands.

Golden Retriever Steckbrief

Golden Retriever
Gewicht28 bis 40 kg
Größe51 bis 61 cm
FarbenCreme, Dunkelgolden, Hellgolden, Golden
Felllang, leicht gewellt
CharakterIntelligent, Zuverlässig, Nett, Vertrauenswürdig, Selbstbewusst, Freundlich
HerkunftGroßbritannien
VerwendungApportierhund
ErbkrankheitenEllbogendysplasie, Hüftgelenksdysplasie, Osteochondrosis
Lebenserwartung10 bis 12 Jahre
Beliebtheit (2020)Platz 4 in Deutschland

Charakter, Verhalten und Wesenszüge

Jagdhunde werden möglichst folgsam und leichtführig gezüchtet, um gut für das Zurückholen erlegter Beute eingesetzt werden zu können. Auch heute noch zeigen reinrassige Golden Retriever daher eine Tendenz, ihr Herrchen befriedigen zu wollen und gelten als anhänglich und treu ergeben. Zwar haben sie ein fröhliches und lebhaftes Wesen, sind jedoch auch sehr geduldig und anpassungsfähig und lassen sich nur schwer aus der Ruhe bringen.

Der Golden Retriver ist freundlich, anhänglich und treu

Egal, in welchem Alter, der Goldie ist fast immer für ein Spiel zu begeistern und als echter Familienhund am liebsten immer mit dabei. Auf Fremde geht er neugierig und aufgeschlossen zu, was mit einem gut erzogenen Hund kein Problem ist. Intelligent und lernwillig ist er stets motiviert neue Kommandos, Tricks und Befehle zu erlernen. Auch bei schlechtem Wetter braucht der Golden Retriever seinen täglichen Auslauf und fühlt sich deshalb vor allem bei aktiven Menschen wohl. Neben dem Bewegungsdrang ist auch eine mentale Belastung für einen zufriedenen Goldie wichtig. Er kann außerdem gut als Zweithund gehalten werden.

Der Golden Retriever ist mit seinem freundlichen und anpassungsfähigen Wesen vor allem für Anfänger und Familien geeignet. Selbst kleinen Kindern begegnet er ohne Scheu, Nervosität oder Aggression. Auch wenn der Golden Retriever sein Rudel im Zweifelsfall verteidigen würde, ist er als Wachhund nicht geeignet.

Aussehen

Farben

Wie der Name schon verrät, hat der Golden Retriever goldenen Farbtöne:

  • creme
  • dunkelgolden
  • hellgolden
  • golden
Der Golden Retriever in verschiedenen goldenen Farbtönen

Fell

Ein Golden Retriever hat meist langes und glattes oder leicht gewelltes Fell. Das längere Fell macht die Fellpflege beim Golden Retriever aufwendiger als zum Beispiel beim Labrador Retriever. Es sollte regelmäßig gebürstet und getrimmt werden.

Nahaufnahme des Fells eines Golden Retrievers

Größe und Gewicht

Ein Golden Retriever Rüde erreicht eine Größe von 56 bis 61 cm bei einem Gewicht von 32 bis zu 40 kg. Eine Golden Retriever Hündin wird 51 bis 56 cm groß bei einem Gewicht von 28 bis zu 36 kg.

Ein ausgewachsener Golden Retriever sollte folgende Maße haben:

min.max.
Gewicht28 kg40 kg
Schulterhöhe51 cm61 cm
Halsumfang43 cm53 cm
Rückenlänge55 cm65 cm
Golden Retriever Maße

Hier gibt es mehr Informationen zum Golden Retriever Wachchstum.

Die Geschichte des Golden Retrievers

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Enten- und Wildflügeljagd beim schottischen Adel sehr beliebt. Man brauchte einen Jagdhund, der nach dem Schuss die Beute zum Besitzer zurückbringen sollte, ohne diese dabei zu beschädigen. So begann Sir Dudley Majoribanks in England eine zuverlässige und gehorsame Hunderasse mit “weichem” Maul und gutem Spürsinn für die Jagd zu züchten. Zu diesem Zweck kreuzte der Lord einen gelben Retriever namens Nous mit Bell, einem heute ausgestorbenen Tweed Water Spaniel. Auch ein irischer Setter und ein Bluthund wurden eingekreuzt. 

Golden Retriever beim Traning

Neben der goldenen Fellfarbe der Rasse hat der Golden Retriever seinen Namen von seiner Aufgabe, dem Apportieren (eng. to retrieve). Nachdem die Zucht erfolgreich verlief und der Golden Retriever bald in ganz Großbritannien bekannt und beliebt war, wurde die Rasse 1913 vom British Kennel Club offiziell anerkannt. In England und in den USA wurde der Golden Retriever schnell populär, wohingegen er in Deutschland erst in den 1980ern an Beliebtheit gewann.

Schließlich wurde der Goldie auch von der Federation Cynologique Internationale als eigenständige britische Hunderasse anerkannt. Mittlerweile gehört die Rasse zur FCI-Gruppe 8, Sektion 1 und damit zu den Apportierhunden. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Labrador Retriever, allerdings hat der Labrador ein deutlich kürzeres Fell, das auch braun oder schwarz sein kann

Ähnlich wie beim Labrador Retriever entwickelten sich auch beim Golden Retriever in der Zucht zwei Linien. Die Field Trial Linie ist leichter und gilt als temperamentvoller. In England werden Tiere dieser Linie für Apportier-Wettbewerbe ausgebildet und eingesetzt. Die Show-Linie züchtet nicht auf Leistung, sondern auf Schönheit und Familientauglichkeit.

In Deutschland ist der Golden Retriever heutzutage einer der beliebtesten Begleit- und Familienhunde und wird auch als Blinden- oder Therapiehund eingesetzt.

Haltung, Pflege und Gesundheit

Das Golden Retriever aufgrund ihres Gehorsams und ihrer Verträglichkeit mit Mensch und Tier besonders bei Familien beliebt sind, hängt auch mit ihrer ursprünglichen Aufgabe bei der Jagd zusammen. Golden Retriever wurden gezüchtet, um eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten und brauchen deshalb ausreichend Bewegung und Auslastung.

Bei ausreichendem Auslauf und artgerechter Auslastung kann der Golden Retriever sowohl im Haus als auch in einer Wohnung gehalten werden. Während viele andere Hunderassen sich in lärmenden und hektischen Städten schwertun, kommt der Golden Retriever dank seiner Gelassenheit und Menschenliebe dort gut zurecht. Dennoch sollte man mit ihm regelmäßige Ausflüge in die Natur unternehmen.

Wie andere apportier Hunde, braucht auch ein Golden Retriever viel Auslauf

Angeknabberte Möbel und Schuhe sind allerdings ein klares Zeichen für überschüssige Energie und zu wenig Arbeitsbelastung. Besonders Tiere aus der Field Trial Linie haben einen großen Arbeitswillen. Neben langen Spaziergängen sollte dem Golden Retriever deshalb viel Spiel und Abwechslung geboten werden. Apportiertraining mit einem Dummy zu Land und zu Wasser, Nasenarbeit bei Suchspielen und dem Fährtenlegen, sowie Agility, Dogdance oder Obedience können den Golden Retriever begeistern.

Im langen goldenen Fell der Tiere sammeln sich gerne Schmutz, Kletten und Co und durch häufiges Schwimmen können die Haare verfilzen. Regelmäßiges Bürsten und Trimmen sollte deshalb zur Routine dazu gehören. Auch die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, denn Goldies neigen zu verschmutzten und entzündeten Ohren.

Gesundheitliche Risiken

Golden Retriever sind sportlich, jedoch auch unglaublich verfressen. Ob Zuhause oder bei Spaziergängen, alles, was essbar aussieht, wird verschlungen. Deshalb ist es wichtig, dem Tier schon früh beizubringen, wann etwas gefressen werden darf und wann nicht, denn sonst kann es im Gelände gefährlich werden. Um dem Schlingen und damit einer potenziellen Magendrehung entgegenzuwirken, kann ein Anti-Schling-Futternapf eingesetzt werden. 

Übergewicht ist bei Goldies ebenfalls ein gesundheitliches Risiko, da ihr Bewegungsdrang nicht selten unterschätzt wird. Ein gut genährter und gesunder Hund sollte zwischen 30 und 40 Kilogramm wiegen. Zu hohes Gewicht kann schnell auf die Gelenke gehen.

Typische Beschwerden sind beim Golden Retriever: 

  • Hüftgelenkdysplasie
  • Ellbogengelenkdysplasie
  • Netzhautschwund und Grauer Star
  • Epilepsie

Aktivitäten mit dem Golden Retriever

Der Golden Retriever kann problemlos mit zum Schwimmen, Joggen, Rad fahren und Wandern genommen werden. Bei ausdauernden Aktivitäten ist darauf zu achten, dass der Vierbeiner nicht überhitzt. Durch ihren starken Willen zu gefallen, kann es passieren, dass Golden Retriever nicht rechtzeitig anzeigen, wenn sie erschöpft sind. Fällt der Hund zurück oder legt sich sogar hin, ist das ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass er bereits weit über seine Kapazitäten gegangen ist. Seine Liebe zum Wasser lebt der Goldie übrigens gerne das ganze Jahr über aus, auch Eisbaden ist dabei kein Problem.

Golden Retriver lieben das Wasser

Der Golden Retriever Welpe

Golden Retriever Welpen gibt es in vielen Schattierungen, von dunklem Gold bis zu einem cremigen Farbton. Eine gute Erziehung ist von Anfang an nicht zu unterschätzen, denn der Golden Retriever Welpe lernt extrem schnell. Dinge, die er als ausgewachsener Hund nicht tun darf oder soll, sollte man ihm auch jetzt, wo er noch klein und süß ist, nicht erlauben.

Glücklicher Golden Retriever Welpe (7 Wochen alt)

Oft wird der Labrador Retriever mit dem Golden Retriever verwechselt, da sich die Rassen sowohl optisch als auch charakterlich stark ähneln. Hier ist ein Beitrag zu den Unterschieden der beiden Hunderassen: Unterschied Labrador / Golden Retriever.

Entwicklung des Welpen

In der Regel kann der Welpe nach 8-12 Wochen beim Züchter abgeholt werden. Dann kann er sich an sein neues Rudel gewöhnen und das Zusammenleben erlernen. Mit sechs Monaten sind Golden Retriever Hündinnen geschlechtsreif, Rüden hingegen sind erst ab dem zehnten Monat geschlechtsreif. Bis das Tier körperlich komplett ausgewachsen ist, ist der Golden Retriever ca. zwei bis zweieinhalb Jahre alt.

Überlegungen vor der Anschaffung

Vor dem Kauf eines Golden Retrievers sollte man sich folgende Faktoren bewusst machen:

  • Je nachdem, ob ein Hund reinrassig ist oder nicht, kann ein Golden Retriever in der Anschaffung zwischen 200 Euro und 1000 Euro kosten.
  • Mit einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren sollte man sich im Klaren darüber sein, ob man bereit ist, die Verantwortung für ein anderes Lebewesen für so lange Zeit zu übernehmen.
  • Golden Retriever benötigen tägliche Bewegung, Fellpflege und ständige Betreuung. Für die Zwingerhaltung ist der Golden Retriever aufgrund seiner starken Menschenbindung gänzlich ungeeignet.
  • Goldies bleiben ungern allein Zuhause und bevorzugen ein Haus mit Garten.
  • Um negative Wesenszüge, wie Nervosität und Unverträglichkeit, durch undurchdachte Verpaarungen zu vermeiden, sollte man viel Wert auf einen guten Züchter legen.

Wer keinen Welpen kaufen will und hundeerfahren ist, kann beim Verein “Retriever in Not e.V.” Hunden aus schlechter Haltung ein neues und liebevolles Zuhause geben.

Spezielle Aufgaben für den Golden Retriever

Eine Ausbildung zum Blinden- oder Therapiehund absolviert der Golden Retriever aufgrund seiner geduldigen und einfühlsamen Art meist mit großer Freude und Motivation. Dank der guten Nase wird er oft auch zum Rettungshund ausgebildet oder bei der Personen- und Sprengstoffsuche eingesetzt. Bei der Wasserrettung fühlt sich der Wasser-liebende Golden Retriever ebenfalls pudelwohl.

Golden Retriever als Blindenhund

Interessante Fakten rund um den Golden Retriever

Bekannte Größen, wie Emma Stone oder Jackie Chan haben einen Golden Retriever und auch bei Film und Fernsehen ist der Goldie ein Star. In den 90er Jahren wirkte der Golden Retriever Air Buddy in zahlreichen Produktionen mit und erhielt sogar seinen eigenen Film “Air Bud – Champion auf vier Pfoten”. 

Golden Retriever Hündin Rubia zeigte eindrücklich, wie sportlich Golden Retriever tatsächlich sind. Zusammen mit Marc Ortega und Carlos Valverde bestieg sie den 6.959 Meter hohen Berg Aconcagua in Argentinien. Damit hält sie einen Höhenrekord.

Quellen und weitere Informationen

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