Berufe mit Tieren – Voraussetzungen und Gehalt

Wenn das Ende der regulären Schulzeit naht, wird die Frage nach den Wünschen an die Zukunft und welchen beruflichen Weg man einschlagen möchte, für junge Menschen immer spannender. Nur wenige von ihnen haben sich bereits genau festgelegt, viele aber sind sehr tierlieb und können sich deshalb eine Tätigkeit mit Tieren gut vorstellen.

Um einen Einblick in das weite Feld der Möglichkeiten zu bekommen, stellen wir interessante Ausbildungen sowie universitäre Studiengänge einmal etwas genauer vor.

Berufe mit Tieren können sehr vielseitig sein und reichen von den praktischen Tätigkeiten in der artgerechten Haltung, Pflege und Versorgung über die medizinische Betreuung bis hin zu Positionen in Wissenschaft und Forschung.

Berufe mit TierenStudiumGehalt (brutto)
Tiermedizinische(r) Fachangestellte(r)nein1.800 – 2.200 EUR
Tierpfleger(in)nein1.700 – 2.400 EUR
Tierwirt(in)nein1.300 – 1.900 EUR
Fischwirt(in)nein1.500 – 1.600 EUR
Pferdewirt(in)nein1.400 – 2.100 EUR
Veterinärmediziner (in)ja3.500 – 4.000 EUR
Biologie, Zoologieja3.300 – 4.000 EUR
Tiermanagementja3.000 – 4.000 EUR
Eine Tierärztin untersucht einen Welpen

Zugangsvoraussetzungen für Berufe mit Tieren

Berufsausbildungen sind mehrjährige Schulungen in praktischen Arbeitsbereichen rund um das Tier, die durch wöchentliche oder als Block abgehaltene Berufsschulanteile ihre fachtheoretische und allgemeinbildende Vertiefung erfahren. Das sogenannte duale Ausbildungssystem.

Je komplexer die Inhalte und Verantwortungsbereiche, desto wichtiger der erworbene Schulabschluss für die jeweilige Bewerbung. Die meisten Ausbildungen erfordern betriebsseitig mindestens einen qualifizierten Hauptschulabschluss, selbstverständlicher wird der Zugang mit einem guten Realschulabschluss oder dem Abitur.

Für den Zugang zu einer Universität wird die allgemeine Hochschulreife oder ein Fachabitur benötigt. Es finden sich auch im Tierbereich duale Studiengänge mit einer praktischen Ausbildung in einem Betrieb und Hochschulvorlesungen, an deren Ende ein Bachelorabschluss steht.

Grundsätzlich gilt: Wer sich den täglichen, praktischen Umgang mit dem Tier wünscht, für den eignet sich eine Berufsausbildung am besten. Wer vornehmlich an der naturwissenschaftlichen Herangehensweise und den theoretischen Hintergründen interessiert ist, und auch hier seine Stärken hat, liegt mit einem Studium sicher richtig.

Duale Berufsausbildungen mit Tierbezug

Tiermedizinische(r) Fachangestellte(r) – TFA

Eine TFA assistiert dem Tierarzte bei einer OP

Zur Info: Umgangssprachlich wird für TFA oft die veraltete Bezeichnung Tierarzthelfer(in) verwendet.

Rein rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, in der Bewerbungspraxis stellen Veterinäre oder Tierkliniken überwiegend Azubis mit Hochschulreife ein.

Hauptaufgabe eines TFA ist die Unterstützung des Tierarztes bei all seinen Aufgaben. Der Kontakt zum Tier ist dabei sehr eng, ebenso zu den Besitzern, die oft in großer Sorge sind und Unterstützung brauchen. Auch werden Kenntnisse in der Behandlung – auch von Notfällen – und der Arzneimittellehre vermittelt. Laborarbeiten, Verwaltungstätigkeiten und Abrechnungen gehören ebenfalls zum Alltag eines tierärztlichen Assistenten.

Gehalt Tiermedizinische(r) Fachangestellte(r): 1.800 – 2.200 Euro

Tierpfleger(in)

Ein Tierpfleger bei der Fütterung von Pinguinen in einem Zoo

Die dreijährige Berufsausbildung zum Tierpfleger verlangt keinen bestimmten Schulabschluss. Sie wird als duale Ausbildung angeboten und kann in drei Schwerpunkten absolviert werden:

  • Zoo
  • Tierheim und Tierpension
  • Forschung und Klinik

Je nach Auswahl werden Tiere aller Gattungen gezüchtet, aufgezogen, betreut, gepflegt, gefüttert, beschäftigt und beobachtet. Das Anlegen und die tägliche Reinigung von Ställen und Gehegen gehört dazu.

Gehalt Tierpfleger(in): 1.700 – 2.400 EUR

Tierwirt(in)

Die Aufgaben eines Tierwirts sind Zucht und Aufzucht, die Versorgung und die Vermarktung der Nutztieren

Der Tierwirt ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf, der als duale Ausbildung in folgenden 5 Sparten durchlaufen werden kann:

  • Rinderhaltung
  • Schweinehaltung
  • Geflügelhaltung
  • Schäferei
  • Imkerei

Hauptinhalte der jeweiligen Ausbildungsrichtungen sind die Zucht und Aufzucht, die Versorgung und die Vermarktung der (Nutz)tiere.
Die typischen Branchen dieser Berufe sind vorrangig natürlich die Landwirtschaft, Lehr- und Versuchsanstalten, aber auch landwirtschaftliche Interessensverbände.

Gehalt Tierwirt(in): 1.300 – 1.900 EUR

Fischwirt(in)

Ein Stör wird zur Untersuchung aus der Aquakultur genommen

Wer eine besondere Zuneigung zu Fischen hegt und alles über sie lernen möchte, kann Fischwirt werden.

Drei wählbare inhaltliche Schwerpunkte sind möglich:

  • Aquakultur und Binnenfischerei
  • Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei
  • Seen – und Flussfischerei

Gehalt Fischwirt(in): 1.500 – 1.600 EUR

Pferdewirt(in)

Die Ausbildung zum Pferdewirt kann in verschiedenen Schwerpunkten abgelegt werden

Der Pferdewirt ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf ohne vorgeschriebenen Schulabschluss. Er kann mit folgenden unterschiedlichen Schwerpunkten abgelegt werden:

  • Klassische Reitausbildung
  • Pferdehaltung und Service
  • Pferdezucht
  • Pferderennen
  • Spezialreitweisen

Alle Zweige sind dem Sport- und Freizeitpartner Pferd, seiner artgerechten Haltung, seinem Wohlergehen und pferdegerechtem Training verbunden. In Pferdebetrieben aller Art kann gearbeitet werden, angestellt oder oft auch auf selbständiger Basis. Wichtig für alle Sparten ist die Liebe zum Pferd, ein ruhiges und geduldiges Wesen und die Bereitschaft, sich mit Pferdebesitzern, Kunden und Reitschülern intensiv auseinanderzusetzen.

Pferdewirt ist, verglichen mit einem Handwerksberuf, die Gesellenbezeichnung. Wer sich weiter qualifizieren und seinerseits eine Ausbildungsberechtigung erwerben möchte, muss neben nachgewiesener langjähriger Berufserfahrung die Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister/in mit erfolgreicher Prüfung vor der Landwirtschaftskammer anstreben. Umgangssprachlich wird der Beruf dann oft als „Reitlehrer“ bezeichnet.

Rund um das Pferd existieren weitere alternative Ausbildungen an privaten Fachschulen und Weiterbildungen, die zu interessanten Tätigkeiten befähigen. Hierzu zählen der Hufbeschlagschmied, der Hippotherapeut und der Sattler.

Weitere Berufsbilder mit dualer Ausbildung und einem Bezug zu Tieren sind zum Landwirt, Revierjäger oder Forstwirt möglich. Sie alle und die vorangehend beschriebenen dualen und anerkannten Ausbildungsberufe berechtigen zu einer qualifizierenden Meisterausbildung. Aus einem Tierwirt kann dann ein Tierwirtschaftsmeister werden. So erweitern sich die Verantwortungsbereiche und die Verdienstmöglichkeiten.

Gehalt Pferdewirt(in): 1.400 – 2.100 EUR

Studiengänge mit Tierbezug

Veterinärmediziner(in) – Tierarzt/Tierärztin

Eine Tierärztin untersucht einen Welpen

Das Veterinärmedizinstudium gehört zu den anspruchsvollsten Studiengängen und ist zulassungsbeschränkt (NC). Zu den Inhalten zählen neben Physik und Chemie auch Botanik, Zoologie, Anatomie, Physiologie und die Grundlagen der Tierhaltung und der Tierzucht.

Der Berufsalltag eines selbständigen, niedergelassenen Tierarztes besteht in der praktischen Anwendung seines Wissens am erkrankten Tier. Er kann sich spezialisieren auf Kleintiere, was dem Bild der klassischen Tierarztpraxis für sämtliche Haustiere inklusive Exoten entspricht.

Liegt der Schwerpunkt auf den Großtieren, kann das eine Landtierarztpraxis mit einem großen mobilen Anteil und Besuchen auf landwirtschaftlichen Betrieben für die Betreuung und Prophylaxe der Nutztiere sein.

Auch rein auf Pferde spezialisierte Veterinäre sind anzutreffen, da diese Tiere als Sportpartner einem großen Wirtschaftszweig entsprechen und ein entsprechender Bedarf an hoch qualifizierter Betreuung besteht.

Weitere Betätigungsfelder sind der Amtstierarzt, Anstellungen in zoologischen Gärten, Tierkliniken oder Tätigkeiten in Lehre und Forschung.

Gehalt Veterinärmediziner(in): 3.500 – 4.000 EUR

Biologie, Zoologie und Meeresbiologie

Eine Biologin untersucht Gewebeproben auf Parasiten

Das Studienfach Zoologie kann nur nach einem erfolgreich beendeten Biologie-Studium (Bachelorabschluss) als Aufbaustudium belegt werden. Inhalte liegen in der Bioinformatik, der Genetik, Neurobiologie und Biotechnologie. Am Ende steht ein Masterabschluss.

Die Betätigungsfelder liegen hier vermehrt in der naturwissenschaftlichen Forschung, aber auch in Zoos, Tierparks oder bei Tierschutzorganisationen.

Auch die Spezialisierung auf Meeresbiologie baut auf ein Biologiestudium auf. Sie behandelt grundlegende und angewandte Forschung in Bezug auf den maritimen Lebensraum von der Fischereiwissenschaft bis zur Meeresmikrobiologie.

Gehalt Biologe: 3.300 – 4.000 EUR

Tiermanagement

Dieser Studiengang ist interdisziplinär und mit den Schwerpunkten Biologie, Zoologie und Wirtschaft vielseitig ausgerichtet. Auch ethische Grundlagen rund um Tierzucht – und haltung werden gelehrt. Oft ist die Ausrichtung international (sehr gute Englischkenntnisse und Stärken in den Naturwissenschaften erforderlich), was interessante Berufschancen eröffnet.

Mehr Nähe zum Tier ermöglicht die Wahl eines dualen Studiums, wo parallel eine praktische Ausbildung in einem Betrieb absolviert wird. Dieser Weg eignet sich auch gut für TIERWISSENSCHAFTEN, PFERDEWISSENSCHAFTEN oder TIER- und VIEHHALTUNG.

Der Fokus dieser Studiengänge kann unterschiedlich ausgerichtet sein und auf eine Laufbahn in Tierschutzorganisationen oder großen Tierbetrieben, Naturkundemuseen oder auch der Umweltpolitik vorbereiten.

Gehalt Tiermanagement: 3.000 – 4.000 EUR

Weitere Berufe mit Tieren

Ein Tierphysiotherapeut untersucht einen Hund

Zu den alternativen Ausbildungen rund um Tiere mit einem hohen Anspruch an selbständiges Arbeiten und Tierverantwortung, aber bis heute keiner staatlichen Zulassung, zählen der Tierheilpraktiker und der Tierphysiotherapeut bzw. Osteopath. Für die allermeisten (Haus)tiere, allen voran Hunde und Katzen, gibt es Spezialisten und Coaches für Verhalten oder Fütterung und das Training.

Sehr speziell ist der Beruf des Falkners. Voraussetzung ist hier ein Jagdschein und ein Beizjagdschein oder Falknerschein.

Auch gibt es die Qualifizierung zum Tierpsychologen mit berufsbegleitendem Studium an einem staatlich geprüften Institut mit Zertifikat.

Eine Empfehlung, um in diesem großen Feld der Möglichkeiten den richtigen Tierberuf zu finden, ist es, eine Probezeit oder ein mehrwöchiges Praktikum zu vereinbaren, das möglichst alle Tätigkeitsbereiche des Wunschberufes einschließt. So kann man sich am besten in den Arbeitsalltag hineinfühlen und herausfinden, ob er den Wünschen, Neigungen und Fähigkeiten entspricht.

Quellen und weitere Informationen: